Hilfe, mein Kind hat Bauchschmerzen!
Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden im Kindesalter. In vielen Fällen sind sie vorübergehend und harmlos. Die möglichen Ursachen sind vielfältig – von Verdauungsproblemen und Infekten bis hin zu Stress oder Ängsten.
Grundsätzlich wird zwischen plötzlich auftretenden und länger anhaltenden oder wiederkehrenden Bauchschmerzen unterschieden. Entscheidend ist deshalb nicht nur, wo und wie stark der Bauch schmerzt, sondern auch, wie lange die Beschwerden bestehen und ob weitere Symptome hinzukommen.
Mögliche Ursachen bei Kindern
Bauchschmerzen können bei Kindern sehr unterschiedliche Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise:
- Verdauungsprobleme und Blähungen
- Magen-Darm-Infekte
- Verstopfung
- zu üppiges, sehr fettreiches oder sehr süßes Essen
- Atemwegsinfekte und andere Infektionen
- Harnwegsinfektionen
- Ängste, Stress oder seelisches Unwohlsein
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten
- Wurmerkrankungen
- Blinddarmentzündung
- in seltenen Fällen Vergiftungen oder andere ernsthafte Erkrankungen
Nicht immer liegt die Ursache der Beschwerden tatsächlich im Bauchraum. Gerade deshalb ist es wichtig, das Kind und mögliche Begleitsymptome aufmerksam zu beobachten.
Hilfe, mein Kind hat Bauchschmerzen!
Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden im Kindesalter. Sie sind in den meisten Fällen nur vorübergehend und harmlos. Es gilt zwischen akuten und chronischen Bauchschmerzen zu unterscheiden. Chronische Beschwerden können sich über mehrere Wochen oder Monaten ziehen. Akute Schmerzen dauern größtenteils nur wenige Minuten, Stunden oder Tage.
Mögliche Ursachen können vorliegen:
- Verdauungsprobleme
- Darminfekt / -entzündung
- Blinddarmentzündung (selten)
- Infektion der Harnwege
- Fehlender Stuhlgang über mehrere Tage
- Übermäßiges (zu fettiges … , zu süßes … ) Essen
- Grippaler Infekt
- Ängste, Stress, seelisches Unwohlsein
- Vergiftungen (selten)
- Wurmerkrankung (selten)
- Darmverschluss
Wie erkenne ich, ob mein Kind Bauchschmerzen hat?
Bei Säuglingen und Kleinkindern ist es häufig schwierig herauszufinden, woher die Schmerzen kommen. Mögliche Anzeichen können anhaltendes Weinen oder Wimmern, Nahrungsverweigerung, Erbrechen, Durchfall oder eine auffällige Empfindlichkeit des Bauches sein.
Ältere Kinder können ihre Beschwerden meist besser beschreiben und zeigen, wo es weh tut. Dabei können Bauchschmerzen nicht nur körperliche Ursachen haben. Auch Aufregung, Ängste, Stress oder seelisches Unwohlsein können sich bei Kindern durch Bauchschmerzen bemerkbar machen.
Wann Bauchschmerzen ärztlich abgeklärt werden sollten
Meist verschwinden Bauchschmerzen wieder. Bestimmte Beschwerden können jedoch auf eine Erkrankung hinweisen, die ärztlich abgeklärt werden sollte.
Achten Sie insbesondere auf folgende Warnzeichen:
- sehr starke oder wiederkehrende Bauchschmerzen
- auffällige Blässe oder starke Teilnahmslosigkeit
- anhaltendes Schreien oder Weinen
- stark gewölbter, eingezogener oder sehr angespannter Bauch
- das Kind bewegt sich kaum oder zieht die Beine an den Körper
- Fieber oder Schüttelfrost
- wiederholtes Erbrechen
- Blut im Stuhl oder Erbrochenen
- anhaltender oder häufiger Durchfall
- Bauchschmerzen, die das Kind nachts wecken
- deutlicher Gewichtsverlust oder fehlende Gewichtszunahme
- länger anhaltende Bauchschmerzen ohne erkennbare Ursache
Auch wenn sich starke Bauchschmerzen nicht bessern oder Sie den Zustand Ihres Kindes nicht sicher einschätzen können, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Was können Sie bei leichten Bauchschmerzen tun?
Bei leichten Bauchschmerzen ohne Warnzeichen können bereits Ruhe, Nähe und einfache Maßnahmen helfen:
- Bleiben Sie bei Ihrem Kind und beruhigen Sie es.
- Nehmen Sie Ihr Kind in den Arm oder lesen Sie ihm eine Geschichte vor.
- Eine vorsichtige Bauchmassage oder Wärme kann bei manchen Beschwerden wohltuend sein.
- Fenchel-, Anis- oder Kümmeltee kann bei Verdauungsbeschwerden helfen.
- Achten Sie auf ausreichend Flüssigkeit.
- Bei Blähungen können wenig Kohlensäure und kleinere Mahlzeiten hilfreich sein.
- Bewegung kann die Verdauung unterstützen und insbesondere bei Verstopfung hilfreich sein.
Hausmittel sind jedoch nicht für jedes Kind und jede Ursache gleichermaßen geeignet. Besonders bei Säuglingen sollten Sie im Zweifel vorher mit der kinderärztlichen Praxis sprechen.
Wie kann sich eine Blinddarmentzündung bei Kindern äußern?
Eine Blinddarmentzündung – medizinisch genauer eine Entzündung des Wurmfortsatzes – kann sich bei Kindern unterschiedlich äußern. Typische Beschwerden können sein:
- zunehmende Bauchschmerzen
- Schmerzen, die sich häufig in den rechten Unterbauch verlagern
- Druckempfindlichkeit oder eine angespannte Bauchdecke
- Schmerzen, die sich bei Bewegung verstärken
- Appetitlosigkeit
- Übelkeit oder Erbrechen
- Fieber
- teilweise auch Durchfall
Gerade bei jüngeren Kindern können die Beschwerden weniger typisch sein und sich beispielsweise durch diffuse Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall oder Fieber zeigen.
Bei starken oder zunehmenden Bauchschmerzen und einem Verdacht auf eine Blinddarmentzündung sollte das Kind zeitnah ärztlich untersucht werden.
Was tun, wenn mein Kind Verstopfung hat?
Auch Verstopfung kann bei Kindern Bauchschmerzen verursachen. Unterstützend können helfen:
- ausreichend trinken, beispielsweise Wasser oder ungesüßten Tee
- ballaststoffreiche Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukte
- regelmäßige Bewegung
- ausreichend Zeit und Ruhe beim Toilettengang
Hält die Verstopfung länger an, treten starke Schmerzen auf oder sind Sie unsicher, sollte die Ursache kinderärztlich abgeklärt werden.
Bauchschmerzen bei Kindern richtig einschätzen
Bauchschmerzen gehören zum Kinderalltag und haben häufig harmlose Ursachen. Wichtig ist, das Kind aufmerksam zu beobachten und Veränderungen ernst zu nehmen. Wie stark sind die Schmerzen? Wie lange bestehen sie? Und treten weitere Beschwerden auf?
Wer Warnzeichen kennt und weiß, wann ärztliche Hilfe notwendig ist, kann in solchen Situationen ruhiger und sicherer handeln.
Genau darum geht es auch bei Pflasterpass®: Erwachsene und Kinder dabei zu unterstützen, Risiken und Notfallsituationen besser einzuschätzen und sicher zu handeln, wenn es darauf ankommt.
Über die Autorin
Dr. med. Christiane Puck
Fachärztin für Anästhesie, Notfallmedizin, und Palliativmedizin, Gründerin des Projekts und des Vereins „Doc Puck zeigt es“ e.V. – Kinder retten Leben. www.docpuckzeigtes.de
Mehr zu Christiane Puck
Christiane Puck ist Fachärztin für Anästhesie, Notfallmedizin und Palliativmedizin. Nach ihrer Approbation ging sie als Stipendiatin der Fulbright-Stiftung für zwei Jahre nach Boston und machte dort ihren Master of Public Health. Am Universitätsklinikum Bonn absolvierte sie ihre Facharztausbildung zur Anästhesistin. Im Rahmen ihres Berufs ist sie auch als Notärztin tätig.
Während ihres Berufslebens, aber auch bei ihrem privaten Engagement für Kinder („Kids save Lives“, „Lesen verzaubert“) hat Christiane festgestellt, dass Kinder im Gegensatz zu Erwachsenen angstfrei, furchtlos, mutig und wissbegierig sind. Daher kann man sie auch für das so wichtige Thema der Lebensrettung begeistern. In Deutschland wird Erste-Hilfe für den Führerschein erlernt und dann schnell wieder vergessen. Anders ist es in den skandinavischen Ländern dort ist Erste-Hilfe bereits in der Grundschule ein Schulfach mit dem Erfolg, dass mehr als 70 % der Bevölkerung Erste-Hilfe leisten können. In Deutschland können dies nur 20-30 %.
Mit ihrem Projekt „Doc Puck zeigt es“ will Christiane ein Umdenken in der Gesellschaft erreichen: Erste-Hilfe zu leisten muss in Deutschland „in“ werden. Sie ist davon überzeugt, dass dies nur über die Kinder zu schaffen ist, denn Kinder lernen schon in jungen Jahren Erste-Hilfe wie Fahrradfahren und Schwimmen und vergessen es nie wieder.
Pflasterpass® und „Doc Puck zeigt es“ verbindet ein gemeinsames Anliegen: Kinder frühzeitig dabei zu unterstützen, Wissen, Sicherheit und Handlungskompetenz für Notfallsituationen zu entwickeln.
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