Du bist hier: Start » Aktuelles » Pflasterpass® – Gefahrenzone Kinderspielplatz

Pflasterpass® – Gefahrenzone Kinderspielplatz

Auf der Waldlichtung gibt es einen neuen Spielplatz – und natürlich möchten Igelchen und seine Freunde ihn sofort erkunden.
Sie rutschen, schaukeln, klettern und spielen im Sand. Alle haben jede Menge Spaß. Doch plötzlich schreit Igelchen auf. Was ist passiert?

Spielplätze sind wichtige Orte zum Bewegen, Ausprobieren und Entdecken. Kinder können hier ihre motorischen Fähigkeiten entwickeln, eigene Erfahrungen sammeln und lernen, Herausforderungen einzuschätzen.
Kleine Stürze und Missgeschicke gehören dabei durchaus zum Spielen und Aufwachsen.
Trotzdem gibt es Gefahren, die Kinder selbst noch nicht erkennen oder richtig einschätzen können.
Dazu gehören beispielsweise beschädigte Spielgeräte, heiße Oberflächen, Glasscherben oder Kleidungsstücke, die sich beim Klettern verfangen können.

Wir zeigen euch, welche typischen Gefahren auf dem Spielplatz auftreten können, worauf Eltern und Begleitpersonen achten sollten und was im Notfall wichtig ist.

1. Stürze und offene Wunden

Beim Klettern, Schaukeln oder Toben kann es schnell einmal zu einem Sturz kommen. Häufig entstehen dabei Schürfwunden, kleinere Platzwunden, Prellungen oder Verstauchungen.
Kleinere oberflächliche Wunden sollten vorsichtig von grobem Schmutz befreit und anschließend mit einem geeigneten Pflaster oder einer sterilen Wundauflage geschützt werden.
Bei stärkeren Blutungen sollte zunächst direkter Druck auf die Wunde ausgeübt werden.

Besondere Aufmerksamkeit ist nach einem Sturz auf den Kopf erforderlich.
Achtet darauf, ob das Kind anschließend beispielsweise über Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit klagt, erbricht oder sich auffällig anders als gewöhnlich verhält.
Bei Beschwerden nach einer Kopfverletzung oder wenn ihr unsicher seid, sollte das Kind medizinisch beurteilt werden. Bei Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen, deutlichen Bewusstseinsstörungen, schweren Verletzungen oder einer akuten Verschlechterung gilt: Notruf 112.

Wie ihr typische Sturzgefahren im Alltag erkennen und reduzieren könnt, erfahrt ihr in unserem Beitrag:
„Sturzunfälle im Kindesalter“.

Weitere Informationen zu Anzeichen und richtigem Verhalten nach einer Kopfverletzung findet ihr in unserem Beitrag:
„Gehirnerschütterung bei Kindern“.

2. Strangulationsgefahr beim Klettern

Beim Klettern, Rutschen und Spielen können sich Gegenstände oder Kleidungsstücke an Spielgeräten verfangen. Besonders an Klettergerüsten, Seilen und engen Durchgängen sollte deshalb darauf geachtet werden, dass Kinder nichts tragen, woran sie hängen bleiben können.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei:

  • Fahrradhelmen: Sie schützen beim Fahrradfahren, sollten auf Spielgeräten jedoch abgenommen werden. Der Helm oder seine Riemen können sich beim Klettern verfangen.
  • Schals und Schlauchschals: Auch sie können an Teilen eines Spielgerätes hängen bleiben und sollten beim Klettern möglichst nicht getragen werden.
  • Langen Kordeln und Bändern: Herabhängende Kordeln an Jacken, Kapuzen oder anderen Kleidungsstücken können sich in Spielgeräten verfangen.
  • Weiter oder ungeeigneter Kleidung: Kleidung sollte beim Spielen ausreichend Bewegungsfreiheit ermöglichen, ohne an Geräten oder hervorstehenden Teilen hängen bleiben zu können.

Wichtig: Der Fahrradhelm gehört beim Fahrradfahren auf den Kopf – vor dem Spielen und Klettern auf Spielgeräten wird er abgenommen.

3. Verbrennungen durch heiße Spielgeräte

An sonnigen und warmen Tagen können sich Rutschen, Klettergeräte, Sitzflächen und andere Oberflächen auf dem Spielplatz stark aufheizen.
Besonders Flächen, die längere Zeit direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, können für Kinder unangenehm heiß werden und im ungünstigen Fall die Haut verletzen.
Bevor Kinder ein stark aufgeheiztes Spielgerät benutzen, sollten Erwachsene deshalb kurz prüfen, ob die Oberfläche gefahrlos berührt werden kann.
Besonders beachten:

  • Spielgeräte in der direkten Sonne können sich deutlich erwärmen.
  • Bei kurzer Kleidung sind insbesondere Arme und Beine unmittelbar mit heißen Oberflächen in Kontakt.
  • Auch Sitzflächen und Rutschen sollten vor der Benutzung kurz überprüft werden.
  • Ist eine Oberfläche sehr heiß, sollte das Spielgerät zunächst nicht benutzt und eine kühlere oder schattigere Spielmöglichkeit gewählt werden.

Kommt es dennoch zu einer Verbrennung, sollte die betroffene Stelle entsprechend der Verletzung erstversorgt und bei stärkeren oder größeren Verbrennungen medizinisch beurteilt werden.

Was bei einer Verbrennung zu tun ist und worauf ihr bei Brandverletzungen bei Kindern achten solltet, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Beitrag zum Thema:
„Brandverletzungen bei Kindern“.

4. Schnittverletzungen durch Scherben und scharfkantige Gegenstände

Bevor Kinder im Sandkasten oder auf anderen Spielflächen spielen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Umgebung.
Glasscherben, beschädigte Dosen, scharfkantige Kunststoffteile oder andere herumliegende Gegenstände können zu Schnitt- und Stichverletzungen führen.
Besonders im Sand sind solche Gegenstände nicht immer sofort zu erkennen. Achtet deshalb darauf, ob sich auf oder unmittelbar unter der Oberfläche Scherben oder andere scharfkantige Gegenstände befinden.
Kommt es dennoch zu einer Schnittverletzung:

  • Kleinere Wunden vorsichtig von sichtbarem Schmutz befreien und sauber bzw. keimarm abdecken.
  • Bei stärkeren Blutungen direkten Druck auf die Wunde ausüben.
  • Größere oder tiefere Wunden sollten medizinisch beurteilt werden.
  • Steckt ein größerer oder tief eingedrungener Fremdkörper in der Wunde, sollte dieser nicht selbst herausgezogen werden.
  • Bei einer starken, nicht kontrollierbaren Blutung oder einer schweren Verletzung gilt: Notruf 112.

5. Unbekannte Pflanzen, Beeren und Pilze

Auf naturnahen Spielplätzen oder an Spielplätzen in der Nähe von Wiesen und Wäldern können Wildpflanzen, Beeren oder Pilze wachsen. Für Kinder sehen diese manchmal interessant aus und laden zum Entdecken ein.
Nicht alles, was in der Natur wächst, ist jedoch zum Anfassen oder Essen geeignet. Kinder sollten deshalb früh lernen: Unbekannte Beeren, Pflanzenteile und Pilze werden nicht in den Mund genommen oder gegessen.
Darauf solltet ihr achten:

  • Kleine Kinder beim Spielen in Bereichen mit unbekannten Pflanzen oder Pilzen im Blick behalten.
  • Unbekannte Beeren, Pflanzenteile oder Pilze nicht probieren lassen.
  • Hat ein Kind möglicherweise etwas davon gegessen, kein Erbrechen auslösen.
  • Wenn möglich feststellen, was und wie viel aufgenommen wurde. Ein Foto der Pflanze oder des Pilzes kann bei der Identifikation hilfreich sein.
  • Bei Verdacht auf eine Vergiftung fachlichen Rat bei einem Giftinformationszentrum einholen.
  • Bei schweren Beschwerden, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen oder Atemproblemen gilt: Notruf 112.

Was bei einer möglichen Vergiftung zu tun ist und welche Informationen für den Giftnotruf wichtig sind, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Beitrag:
„Vergiftungen bei Kindern“.

Sicher spielen, entdecken und ausprobieren

Spielplätze sind für Kinder wichtige Orte, um zu klettern, zu balancieren, zu rutschen, zu entdecken und die eigenen Fähigkeiten auszuprobieren.
Dabei sammeln sie wertvolle Bewegungserfahrungen und lernen Schritt für Schritt, Herausforderungen und Risiken besser einzuschätzen.
Nicht jeder kleine Sturz oder jedes Missgeschick lässt sich verhindern – und das muss auch nicht das Ziel sein. Erwachsene können jedoch dazu beitragen, vermeidbare Gefahren zu erkennen und eine möglichst sichere Umgebung für das Spielen zu schaffen.
Ein kurzer Blick auf Spielgeräte und Umgebung, passende Kleidung und aufmerksame Begleitung können dabei schon viel bewirken.

Denn Kinder brauchen beides: Sicherheit und den Freiraum, ihre Welt selbst zu entdecken.

Vielen Dank an unsere Pflasterpass® -Kursleiterin Sonja Michiels für die Erstellung des ursprünglichen Beitrags.
Homepage: Kleine Entdecker Viersen
Facebook: Kleine Entdecker Viersen
Instagram: kleineentdecker_viersen

Du bist hier: Start » Aktuelles » Pflasterpass® – Gefahrenzone Kinderspielplatz

Lade dir jetzt die Pflasterpass® -App herunter!

Du möchtest wichtige Pflasterpass® -Informationen auch unterwegs immer griffbereit haben?
Mit der kostenlosen Pflasterpass® -App erhältst du praktische Tipps und Hinweise rund um Gesundheit, Sicherheit und die Lebenswelt von Kindern – für Familien, Kitas und Grundschulen.

In der App findest du unter anderem:

  • Hinweise zur Vermeidung von Unfällen
  • Tipps für sicheres Verhalten im Alltag
  • Wissen für Notfall- und Gefahrensituationen
  • Aktuelle Informationen aus der Pflasterpass®-Welt

Scanne einfach den QR-Code oder lade die App direkt herunter.

 

Pflasterpass App kostenlos downloaden für iOS und Android

Pflasterpass® -Kurse in deiner Nähe

Mit bundesweit über 100 Standortpartnern und mehr als 135 DEKRA-zertifizierten Pflasterpass®-Kursleiter*innen ist Pflasterpass® deutschlandweit vertreten.

Unsere standardisierten Kurse finden in Kitas, Grundschulen und weiteren Bildungseinrichtungen statt. Über die Standortsuche findest du schnell den passenden Ansprechpartner in deiner Region.

Pflasterpass®-Kursstandorte