Pflasterpass® – Vergiftungen und Verletzungen durch Pflanzen
Frühling entdecken – Pflanzen sicher kennenlernen
Endlich ist der Frühling da! Igelchen und seine Freunde können wieder draußen spielen, durch Wiesen und Wälder streifen und gemeinsam die Natur entdecken.
Überall beginnt es zu blühen und zu wachsen. Blumen, Sträucher, Beeren und andere Pflanzen wecken gerade bei Kindern die Neugier und laden zum Anschauen und Entdecken ein.
Doch nicht alles, was schön aussieht, ist auch ungefährlich. Einige Pflanzen oder Pflanzenteile können bei Berührung die Haut reizen, andere können beim Verzehr gesundheitliche Beschwerden oder Vergiftungen verursachen.
Deshalb ist es wichtig, dass Kinder früh lernen: Unbekannte Pflanzen, Beeren und Pflanzenteile werden nicht in den Mund genommen oder gegessen.
Wir zeigen euch, welche Gefahren durch Pflanzen entstehen können und was bei einem möglichen Kontakt oder einer Vergiftung zu beachten ist.
Wenn Pflanzen die Haut reizen
Nicht nur das Essen unbekannter Pflanzen kann problematisch sein. Auch der Hautkontakt mit bestimmten Pflanzen oder Pflanzensäften kann Reizungen und Hautverletzungen verursachen.
Ein bekanntes Beispiel ist der Riesen-Bärenklau. Sein Pflanzensaft enthält Stoffe, die in Verbindung mit UV-Strahlung starke Hautreaktionen hervorrufen können. Nach einem Kontakt können sich mit zeitlicher Verzögerung Rötungen, Schwellungen oder Blasen entwickeln, die verbrennungsähnlich aussehen können.
Deshalb gilt:
Riesen-Bärenklau nicht berühren und Kinder nicht damit spielen lassen.
Ist Pflanzensaft auf die Haut gelangt, sollte die betroffene Stelle möglichst rasch vor Sonnenlicht geschützt und gründlich mit Wasser und Seife gereinigt werden. Bei ausgeprägten Hautreaktionen sollte die Verletzung medizinisch beurteilt werden.
Auch Brennnesseln können bei Berührung unmittelbar Brennen, Juckreiz und Quaddeln verursachen. Diese Hautreaktionen sind meist vorübergehend und unterscheiden sich damit deutlich von den möglichen Hautschäden nach Kontakt mit dem Riesen-Bärenklau.
Bestimmte andere Pflanzen und Pflanzensäfte können ebenfalls die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen.
Deshalb sollten Kinder unbekannte Pflanzen nicht zerreiben, pflücken oder deren Pflanzensaft auf der Haut verteilen.
Giftige Pflanzen, Beeren und Pflanzenteile
In Gärten, Parks, auf Wiesen und an Waldrändern wachsen Pflanzen, deren Beeren, Blätter, Blüten, Samen oder andere Pflanzenteile giftige Inhaltsstoffe enthalten können.
Gerade kleinere Kinder können durch auffällige Farben oder beerenähnliche Früchte neugierig werden.
Zu den Pflanzen, bei denen besondere Vorsicht geboten ist, gehören beispielsweise Eibe, Eisenhut, Maiglöckchen, Engelstrompete und Tollkirsche. Je nach Pflanze, aufgenommener Menge und betroffenem Pflanzenteil können die gesundheitlichen Auswirkungen sehr unterschiedlich sein.
Mögliche Anzeichen einer Vergiftung können unter anderem sein:
- Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen,
- Durchfall,
- Schwindel oder Kopfschmerzen,
- auffällige Müdigkeit, Unruhe oder Verwirrtheit,
- Herz-Kreislauf-Beschwerden,
- Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfälle.
Wichtig: Nicht erst auf Beschwerden warten, wenn ein Kind möglicherweise eine unbekannte oder giftige Pflanze beziehungsweise Beeren davon gegessen hat.
Auch wenn zunächst keine Symptome auftreten, sollte die Situation fachlich abgeklärt werden.
Kinder sollten deshalb früh eine einfache Regel kennenlernen:
Unbekannte Beeren, Blüten und andere Pflanzenteile niemals in den Mund nehmen oder essen. Erst einen Erwachsenen fragen.
Was tun bei Verdacht auf eine Pflanzenvergiftung?
Hat ein Kind möglicherweise Beeren, Blätter, Blüten oder andere Pflanzenteile in den Mund genommen oder gegessen, gilt zunächst:
Ruhe bewahren und möglichst genau feststellen, was passiert ist.
- Noch vorhandene Pflanzenreste aus dem Mund entfernen und den Mund vorsichtig mit Wasser ausspülen.
- Wenn möglich feststellen, welche Pflanze und welcher Pflanzenteil aufgenommen wurden und ungefähr welche Menge.
- Pflanzenteile nach Möglichkeit aufbewahren oder die Pflanze fotografieren. Das kann bei der Identifikation helfen.
- Frühzeitig ein Giftinformationszentrum kontaktieren und die weiteren Maßnahmen abstimmen.
- Das Kind beobachten und auf Veränderungen des Allgemeinzustands achten.
- Kein Erbrechen auslösen. Dadurch können zusätzliche gesundheitliche Risiken entstehen.
- Getränke oder andere Maßnahmen nicht eigenständig als „Gegenmittel“ einsetzen, sondern den Empfehlungen des Giftinformationszentrums oder medizinischen Fachpersonals folgen.
Bei Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen, Atemproblemen, ausgeprägten Kreislaufproblemen oder einer anderen schweren beziehungsweise rasch zunehmenden Symptomatik sofort den Notruf 112 wählen.
Weitere Informationen zum richtigen Verhalten bei möglichen Vergiftungen bei Kindern findet ihr in unserem ausführlichen Pflasterpass® -Beitrag zum Thema:
„Vergiftungen bei Kindern“.
Natur entdecken – mit Wissen und Neugier
Kinder sollen die Natur entdecken, beobachten, anfassen und kennenlernen dürfen. Blumen, Bäume, Beeren und andere Pflanzen gehören zu ihrer Lebenswelt und bieten jeden Tag neue Möglichkeiten zum Staunen und Lernen.
Dabei können schon einfache Regeln helfen: Unbekannte Pflanzen und Beeren werden nicht gegessen, und wenn etwas unbekannt ist, wird zuerst ein Erwachsener gefragt.
Wer gemeinsam mit Kindern Pflanzen bestimmt, über mögliche Gefahren spricht und ihnen erklärt, worauf sie achten können, vermittelt nicht nur Wissen. Kinder lernen dadurch Schritt für Schritt, Risiken zu erkennen und verantwortungsvoll mit ihrer Umgebung umzugehen.
Denn die Natur soll neugierig machen – und wer weiß, worauf er achten muss, kann sie umso unbeschwerter entdecken.
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