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Pflasterpass® -Mein Baby/Kleinkind hat Schnupfen! Was kann ich dagegen tun?

 (Kinder < 1. Lebensjahr) sind reine „Nasenatmer“, sprich, sie atmen nur durch die Nase!
Erst gegen Ende des ersten Lebensjahres entwickeln sie allmählich die Fähigkeit, auch durch den Mund zu atmen. Kommt es also im Rahmen eines banalen Schnupfen zu einem geringfügigen Anschwellen der Nasenschleimhäute, wird die Nasenatmung, also das Luftholen durch die Nase aufgrund der kindlichen Anatomie mit engen Nasengängen erheblich behindert.
Die Trinkleistung des Babys lässt nach, es verschluckt sich häufiger, gedeiht schlechter (nimmt nicht mehr zu), trocknet schneller aus, wird schlapper und schläft mehr als sonst. Infolge des noch unreifen Atemzentrums kann es zudem,  insbesondere bei Neugeborenen, zu Atemstörungen/-aussetzern (Apnoen) kommen.

 

Deshalb ist es wichtig, dass ihr schnell und richtig reagiert und unterstützende Maßnahmen ergreift:

  1. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, damit sich der Schleim besser verflüssigt.

Bei Stillbabys, bei denen nicht klar ist, wie viel sie an der Mutterbrust trinken, könnt ihr die sogenannte „Stillprobe“ machen. Dabei wiegt ihr das Baby einmal vor und einmal nach dem Anlegen an die Mutterbrust und könnt somit herausfinden, wie viel das Baby getrunken hat. Alternativ könnt ihr die Muttermilch auch abpumpen und mittels Fläschchen füttern.

 

  1. Raumluft anfeuchten, damit die Schleimhäute nicht austrocknen.

Dies könnt ihr z.B. erreichen, indem ihr ein nasses Handtuch über die Heizung legt.

 

  1. Oberkörperhochlagerung

Dies könnt ihr erreichen, indem ihr ein  Kissen oder einen Aktenordner… kopfseitig unter die Matratze legt, damit der Oberkörper Eures Babys hochgelagert wird.

 

  1. Kochsalz (NaCl 0,9%)-Nasentropfen

Diese könnt ihr mehrmals am Tag in beide Nasenlöcher eures Babys träufeln, um die Schleimhäute anzufeuchten und die Nasengänge durchgängig zu halten.

 

  1. Reinigung der Nasengänge mit einem Nasensauger

Effektive und schnelle Prozedur, um Nasensekret aus der Nase eures Babys zu entfernen. Bitte vom Kinderarzt einmal erklären lassen. Häufiger Fehler: Es wird vergessen, das freie Nasenloch mit einem Finger zu verschließen, damit in der Nasenhöhle ein Unterdruck entstehen kann. Bitte darauf achten, dass der Nasensauger nach dem Gebrauch gründlich gereinigt wird. Manche Babys tolerieren diesen nicht. Dann bitte keine Gewalt anwenden. Dies führt nur zur Aspiration von Schleim. In diesem Fall auf andere Möglichkeiten zurückgreifen.

 

  1. Pflege des äußeren Nasenbereichs mit Heilsalbe

Bei wunden Stellen rund um den Naseneingang kann dies zu Erleichterung führen.

 

  1. Inhalation mit Kochsalz (NaCl0,9%)

Führt zum Anfeuchten der Atemwege. Ist nicht evidenzbasiert, sprich, es gibt keine Studien die besagen, dass Babys davon profitieren, insofern, dass sich hierdurch die Krankheitsdauer oder Sterblichkeit senken lässt. Manche Babys fühlen sich dadurch besser, andere schreien und regen sich unter dieser Therapiemaßnahme auf, was zu einer Verschlechterung der Atemsituation führt. Einfach ausprobieren.

 

  1. Unterstützung der Körperabwehr durch Homöopathie

Hier gibt es diverse Globuli, von Sambuccus nigra, Silicea, Kalium jodatum, Pulsatilla, Zincum, Lycopodium u.ä. Wichtig hier, dass man vor lauter Globuli-Gaben die Zustandsverschlechterung seines Babys nicht aus den Augen verliert und sich immer bewusst ist, dass Homöopathika in Kombination mit Medikamenten, zu unerwünschten Nebenwirkungen führen können. Hier bitte immer den Kinderarzt mit ins Boot nehmen.

 

  1. Muttermilch in beide Nasenlöcher träufeln

Diese Empfehlung ist mit Vorsicht zu genießen: Die Muttermilch enthält nachgewiesenermaßen sowohl antientzündliche als auch antiinfektiöse Substanzen (Immunglobuline, Laktoferrin, Neurotransmitter, Steroide, Catecholamine, …), die dem Schutz der Nasenschleimhaut, deren Abschwellung und der Krankheitserregerbekämpfung dienen. Gesunde Säuglinge werden deshalb auch nicht beeinträchtigt, wenn ihnen beim Aufstoßen immer wieder auch mal Muttermilch durch die Nase hochkommt. Beim Säugling mit infektbedingt verlegter Nasenatmung kann die Muttermilch, welche aufgrund des hohen Eiweiß- und Zuckergehaltes sehr klebrig ist, sofern man nicht die Vormilch (wässriger, Immunglobulin-reicher) benutzt, die zarten Nasenhärchen jedoch verkleben und den mitunter sowieso schon mit zähem Nasensekret verstopften Nasengang verschließen. Selten kann die Muttermilch auch Krankheitserreger wie z.B. Staphylokokken in sich tragen, die, bei einem immungeschwächten Baby über die Muttermilch in die Nasen getropft, die Nasenwege des Säuglings infizieren können.

 

  1. Gabe abschwellender Nasentropfen

Im Notfall, sprich bei stark verstopfter Nase, führt kein Weg an der Gabe abschwellender Nasentropfen für Säuglinge vorbei. Diese enthalten gefäßverengende Wirkstoffe, wodurch die Nasenatmung wieder besser möglich ist. Sie sollten maximal 3 x täglich, bestenfalls vor der Stillmahlzeit oder vor dem Nachtschlaf verabreicht werden, damit das Baby zum Trinken und Schlafen Luft bekommt. Nach ca. 7 Tagen kommt es zu einer Gewöhnung, weshalb eine Anwendung maximal über die Dauer von 7 Tagen erfolgen sollte. Grundsätzlich solltet ihr die Wahl der abschwellenden Nasentropfen immer gemeinsam mit eurem Arzt UND Apotheker besprechen und bei einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes eures Babys unter der Therapie umgehend einen Arzt aufsuchen.

 

Bitte NIEMALS bei Babys ätherische Öle (insbesondere Menthol oder Kampfer) in die Nase träufeln, da dies zu starken Reizungen der Atemwege führen kann!

 

Vorbeugemaßnahmen sind auch bei banalem Schnupfen im Säuglingsalter das A & 0, deshalb solltet ihr bei eurem Neugeborenen/Säugling auf folgende Dinge achten:

  • Händehygiene: Jeder, der euer Baby anfasst, sollte vorher seine Hände waschen
  • Kontakt zu Kranken vermeiden: Offensichtlich erkältete Personen sollten zu eurem Baby Abstand halten
  • Stillen sorgt für einen guten „Nestschutz“
  • Frische Luft: Regelmäßige Spaziergänge mit eurem Baby an der frischen Luft sind förderlich, witterungsbedingt angepasste Kleidung vorausgesetzt
  • Lüften der Wohnräume: Regelmäßiges Lüften führt dazu, dass die abgestandene Luft ausgetauscht wird. Das Baby sollte sich währenddessen nicht im Raum befinden
  • Schlafraum temperieren: Darauf achten, dass die Zimmertemperatur im Schlafraum des Babys nicht zu warm ist (ideal 19°C) und eine Luftfeuchtigkeit zwischen 30-50% herrscht
  • Impfungen sollten altersentsprechend gemäß Empfehlungen der STIKO (ständigen Impfkommission) durchgeführt werden

Vorbereitend auf alle Kindernotfälle solltet ihr einen Kindernotfallkurs – in welcher Form auch immer –besuchen und darauf achten, dass er von einem Kinderarzt/-ärztin durchgeführt wird!

 

 

Vielen Dank an unsere Pflasterpass® -Expertin Dr. med. Katharina Rieth für die Erstellung der Texte!
Facebook: Dr. med. Katharina Rieth
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