Pflasterpass® -Garten kindersicher gestalten Teil 2/2
Im ersten Teil unserer Reihe haben wir bereits gezeigt, wie sich typische Gefahren durch Gartengeräte, Wasserstellen, Stromquellen oder Spielgeräte erkennen und reduzieren lassen.
In Teil 2 richten wir den Blick auf weitere Bereiche: vom Gartenzaun über Pflanzen und Kletterbäume bis zu Sandkasten, Spielflächen und Terrasse.
Dabei geht es nicht darum, Kindern das Entdecken und Spielen im Garten zu nehmen.
Ein kindersicherer Garten soll Freiräume ermöglichen und gleichzeitig vermeidbare Gefahren reduzieren.
01. Gartenzaun und Grundstücksgrenzen
Mit zunehmender Mobilität wächst auch der Entdeckungsradius von Kindern. Grundstücksgrenzen, Gartentore und Zäune sollten deshalb regelmäßig darauf geprüft werden, ob Kinder sie unbeobachtet überwinden oder verlassen können.
- Prüft Zäune und Gartentore regelmäßig auf Stabilität und Beschädigungen
- Achtet auf hervorstehende Nägel, scharfe Kanten und spitze Zaunelemente
- Vermeidet möglichst Konstruktionen, die Kindern leicht als Kletterhilfe dienen können
- Achtet darauf, dass kleine Kinder nicht durch größere Öffnungen im Zaun gelangen können
- Prüft, ob Gartentore von kleinen Kindern selbstständig geöffnet werden können
- Berücksichtigt bei Hecken und anderen natürlichen Begrenzungen, dass sich durch Wachstum oder Rückschnitt neue Durchgänge bilden können
2. Pool und Gartenteich kindersicher gestalten
Wasserstellen gehören zu den Bereichen im Garten, die bei kleinen Kindern besondere Aufmerksamkeit erfordern. Pools, Gartenteiche, Regentonnen und andere offene Wasserflächen sollten deshalb möglichst so gestaltet und gesichert werden, dass Kinder sie nicht unbeobachtet erreichen können.
- Lasst kleine Kinder an offenen Wasserstellen niemals unbeaufsichtigt
- Sichert Pools und Gartenteiche möglichst so, dass Kinder keinen unbeobachteten Zugang haben
- Prüft vorhandene Abdeckungen und andere Sicherungen regelmäßig auf ihre Funktion
- Entfernt Gegenstände, die Kindern als Steighilfe zu Wasserstellen dienen könnten
- Berücksichtigt auch Regentonnen, Vogeltränken und andere kleinere Wasserstellen
- Erklärt euren Kindern altersgerecht, warum Wasser gefährlich sein kann
3. Giftige Pflanzen im Garten erkennen
Blüten, Beeren und Früchte wecken die Neugier von Kindern. Nicht jede Pflanze im Garten ist jedoch zum Anfassen oder Verzehr geeignet. Gerade bei kleinen Kindern lohnt es sich deshalb, den eigenen Pflanzenbestand bewusst zu kennen.
Fragt euch:
- Welche Pflanzen wachsen in unserem Garten?
- Befinden sich darunter Pflanzen oder Pflanzenteile, die für Menschen giftig sein können?
- Welche davon können kleine Kinder erreichen?
- Informiert euch über Pflanzen, deren Beeren, Früchte, Blätter oder andere Bestandteile für Menschen problematisch sein können
- Achtet auch auf Pflanzen, die von benachbarten Grundstücken in den eigenen Garten hineinragen
- Lasst kleine Kinder unbekannte Beeren, Früchte oder Pflanzenteile nicht probieren
- Vermittelt Kindern altersgerecht, dass Pflanzen und Beeren nur gegessen werden, wenn ein Erwachsener sicher weiß, dass sie dafür geeignet sind
- Bezieht ältere Kinder beim Pflanzen und bei der Gartenpflege mit ein und vermittelt dabei Wissen über die Pflanzen im eigenen Garten
4. Kletterbäume sicher nutzen
Klettern fördert Bewegung, Körpergefühl und das Einschätzen der eigenen Fähigkeiten. Nicht jeder Baum und nicht jeder Ast ist jedoch zum Klettern geeignet. Deshalb sind ein geeigneter Kletterbereich und klare, altersgerechte Regeln wichtig.
- Prüft den Baum regelmäßig auf erkennbare Schäden und morsche oder instabile Äste
- Vereinbart mit euren Kindern klare Regeln und altersgerechte Klettergrenzen
- Achtet auf den Bereich unter und rund um den Kletterbaum
- Entfernt dort nach Möglichkeit harte, spitze oder andere gefährliche Gegenstände
- Berücksichtigt bei der erlaubten Kletterhöhe Alter, Fähigkeiten und Entwicklung des Kindes
- Begleitet insbesondere jüngere Kinder beim Klettern
5. Freiflächen zum Spielen
Kinder brauchen Platz, um sich zu bewegen, zu rennen und zu spielen. Freie Lauf- und Spielflächen helfen dabei, unnötige Stolper- und Verletzungsgefahren zu vermeiden.
- Räumt Gartengeräte nach Gebrauch wieder weg
- Bewahrt Rasenmäher, Laubbläser und andere Gartengeräte sicher außerhalb der Spielflächen auf
- Verlegt Kabel so, dass sie möglichst keine Stolperfallen bilden
- Entfernt herumliegende Äste, Steine und andere Hindernisse von häufig genutzten Spielflächen
- Prüft Lauf- und Spielbereiche regelmäßig auf neue Gefahrenquellen
6. Sandkasten und Buddelflächen
Sandkästen und Buddelflächen werden intensiv bespielt und sollten deshalb regelmäßig kontrolliert und sauber gehalten werden.
- Prüft den Sand regelmäßig auf sichtbare Verunreinigungen und Fremdkörper
- Entfernt Tierkot, Abfälle oder andere Verunreinigungen umgehend
- Achtet darauf, dass keine scharfkantigen Gegenstände oder Glasscherben in den Sand gelangen
- Deckt den Sandkasten bei längerer Nichtbenutzung nach Möglichkeit geeignet ab
- Kontrolliert auch Umrandungen und Holzelemente regelmäßig auf Beschädigungen und Splitter
7. Terrasse kindersicher gestalten
Terrassen verbinden häufig Wohnbereich und Garten und werden von Kindern entsprechend oft genutzt. Stufen, harte Kanten, Höhenunterschiede und herumstehende Gegenstände können dabei zu Stolper- oder Sturzgefahren werden.
- Sichert relevante Absturzkanten und Höhenunterschiede entsprechend ab
- Achtet auf gut erkennbare und möglichst rutschfeste Stufen
- Haltet Laufwege möglichst frei von Spielzeug, Kabeln und anderen Stolperfallen
- Achtet bei Gartenmöbeln darauf, dass sie stabil stehen und nicht leicht umkippen können
- Bewahrt Grillgeräte und heiße Gegenstände außerhalb der Reichweite kleiner Kinder auf
- Prüft die Terrasse regelmäßig aus der Perspektive eines Kindes auf neue Gefahrenquellen
Sicherheit bedeutet nicht, jedes Risiko zu vermeiden
Kinder brauchen Bewegung, Herausforderungen und eigene Erfahrungen. Ein kindersicher gestalteter Garten soll deshalb nicht jedes Risiko beseitigen, sondern vermeidbare Gefahren reduzieren und Kindern einen möglichst sicheren Rahmen zum Entdecken bieten. Mit zunehmendem Alter können Kinder lernen, Gefahren selbst wahrzunehmen, Risiken besser einzuschätzen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.
Genau hier setzt Pflasterpass® an: Kinder altersgerecht zu stärken und ihre Sicherheits-, Risiko- und Handlungskompetenz für den Alltag zu fördern.
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