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Verätzungen bei Kindern

Ätzende Stoffe können innerhalb kurzer Zeit schwere Verletzungen an Haut, Augen und Schleimhäuten verursachen.
Im Haushalt können beispielsweise bestimmte Abfluss-, Backofen- oder Sanitärreiniger sowie andere chemische Produkte eine Gefahr darstellen.
Wie sich typische Gefahrenquellen für Kinder im häuslichen Umfeld reduzieren lassen, zeigen wir auch in unserem Beitrag:
 „Vergiftungen durch Haushaltsreiniger“

Besonders kleine Kinder erkunden ihre Umgebung neugierig.
Deshalb sollten Reinigungsmittel und andere gefährliche Haushaltschemikalien immer außerhalb ihrer Reichweite und sicher verschlossen aufbewahrt werden.

Bei Kontakt mit einer ätzenden Substanz zählt schnelles Handeln.

Was tun bei Verätzungen der Augen?

  • Ruhe bewahren und das Kind beruhigen.
  • Das betroffene Auge sofort mit reichlich Wasser spülen. Schnelles und ausreichendes Spülen kann die Schwere einer Augenverätzung vermindern.
  • Das betroffene Auge dabei vorsichtig geöffnet halten.
  • Darauf achten, dass das Spülwasser möglichst nicht in das andere Auge läuft.
  • Bei einer Verätzung des Auges ist eine ärztliche beziehungsweise augenärztliche Abklärung erforderlich.
  • Bei schweren Verletzungen oder einer akuten Verschlechterung sofort den Notruf 112 wählen.

Was tun bei Verätzungen der Haut?

  • Ruhe bewahren und das Kind beruhigen.
  • Mit der Substanz verunreinigte Kleidung vorsichtig und möglichst schnell entfernen.
  • Betroffene Hautstellen mit reichlich Wasser spülen. Das BfR empfiehlt bei Verätzungen der Haut eine Spülung über etwa 10 Minuten; das Wasser sollte nicht kälter als etwa 15 °C sein.
  • Nur die betroffenen Körperstellen spülen und darauf achten, dass das Kind insgesamt nicht auskühlt.
  • Nicht betroffene Körperbereiche warm halten.
  • Bei größeren oder schweren Verätzungen beziehungsweise starken Beschwerden sofort den Notruf 112 wählen.

Wichtig:
Wenn möglich, die Verpackung oder den Behälter des verursachenden Produktes bereithalten.
Produktname, Inhaltsstoffe und gegebenenfalls der UFI-Code können dem Giftnotruf, Rettungsdienst oder behandelnden Ärztinnen und Ärzten wichtige Informationen liefern.
Das BfR weist ausdrücklich darauf hin, dass der UFI-Code eine schnelle Identifizierung des beteiligten Produktes ermöglichen kann.

Bei Unsicherheit über die Gefährlichkeit eines Produktes sollte frühzeitig der Giftnotruf kontaktiert werden.

Was NICHT tun?

  • Keine Salben, Öle, Puder oder andere Hausmittel auf die betroffenen Hautstellen auftragen.
  • Eine ätzende Substanz nicht selbst mit einer anderen Chemikalie neutralisieren.
  • Bei einer möglichen Aufnahme einer ätzenden Substanz kein Erbrechen auslösen.

Weitere Informationen zum richtigen Verhalten bei Vergiftungsunfällen und zur Prävention von Vergiftungen bei Kindern bietet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

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Dringende ärztliche Hilfe oder Notfall?

Wenn du außerhalb der Sprechzeiten dringend ärztliche Hilfe benötigst und zum Beispiel nicht weißt, wo sich in deiner Nähe eine Bereitschaftsdienstpraxis befindet, wähle für den allgemeinen ärztlichen Bereitschaftsdienst die Rufnummer 116 117. Diese Nummer funktioniert ohne Vorwahl, gilt deutschlandweit und ist kostenlos – egal ob du vom Festnetz zu Hause oder mit dem Mobiltelefon anrufst.

Bei schweren Unfällen und lebensbedrohlichen Notfällen deines Kindes ist sofort der Notruf 112 zu wählen.

Haftungsausschluss

Haftungshinweis: Die Informationen in diesem Beitrag dienen der allgemeinen Information und Orientierung und ersetzen keine individuelle medizinische Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch medizinisches Fachpersonal. Bei Unsicherheit über den Gesundheitszustand eines Kindes oder bei anhaltenden beziehungsweise zunehmenden Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden. Bei schweren Verletzungen, Bewusstlosigkeit, Atemproblemen oder anderen akuten Notfällen gilt: Notruf 112.
Die Pflasterpass gGmbH übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Anwendung von Erste-Hilfe-Maßnahmen richtet sich immer nach der konkreten Notfallsituation.

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