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Giftnotruf absetzen
Was tun bei Verdacht auf eine Vergiftung?
Vergiftungsunfälle können gerade bei Kindern schnell passieren:
- Ein Reinigungsmittel wird getrunken,
- Medikamente werden versehentlich eingenommen oder u
- unbekannte Beeren, Pflanzen oder Pilze landen im Mund.
In einer solchen Situation gilt zunächst: Ruhe bewahren und das Kind aufmerksam beobachten. Ist es wach und ansprechbar? Atmet es normal? Zeigt es ungewöhnliche Reaktionen?
Bei Verdacht auf eine Vergiftung helfen die Giftinformationszentren bei der Einschätzung der Situation und geben konkrete Empfehlungen für das weitere Vorgehen. Die sieben deutschen Giftinformationszentren beraten bei Vergiftungen und Vergiftungsverdacht rund um die Uhr.
Welche Informationen benötigt der Giftnotruf?
Damit die Fachleute die Situation möglichst schnell einschätzen können, sollten beim Anruf – soweit bekannt – folgende Informationen bereitgehalten werden:
- Wer? Alter und Gewicht des Kindes
- Was? Welcher Stoff, welches Produkt, Medikament, welche Pflanze oder welcher Pilz?
- Wie viel? Welche Menge könnte aufgenommen worden sein?
- Wann? Wann ist es passiert?
- Wie? Wurde etwas verschluckt, eingeatmet oder bestand Haut- oder Augenkontakt?
- Welche Symptome? Wie geht es dem Kind und welche Veränderungen sind zu beobachten?
Bei Haushalts- und Chemieprodukten sollte die Verpackung mit Produktbezeichnung und Etikett bereitgehalten werden.
Befindet sich darauf ein UFI-Code, kann dieser dem Giftinformationszentrum helfen, das betreffende Produkt und seine Zusammensetzung eindeutig zu identifizieren.
Was tun, solange keine schweren Symptome auftreten?
Bei einem Vergiftungsverdacht sollte ein Giftinformationszentrum angerufen und dessen Anweisungen gefolgt werden.
Keine eigenmächtigen Maßnahmen durchführen. Insbesondere sollte kein Erbrechen ausgelöst werden.
Auch Milch oder Salzwasser sind keine geeigneten Hausmittel und können die Situation verschlimmern.
Verpackungen, Medikamente, Pflanzenreste oder andere möglicherweise beteiligte Substanzen sollten aufbewahrt werden.
Bei Pflanzen kann zusätzlich ein Foto mit dem Smartphone bei der Identifizierung helfen.
Wann sofort den Notruf 112 wählen?
Zeigt das Kind Anzeichen einer lebensbedrohlichen Vergiftung, muss sofort der Notruf 112 gewählt werden.
Das gilt insbesondere, wenn das Kind:
- nicht mehr richtig wach oder ansprechbar ist,
- nicht normal atmet,
- sich nicht mehr selbstständig bewegt oder
- sich sein Zustand deutlich und schnell verschlechtert.
Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes das Kind nicht allein lassen und Bewusstsein und Atmung beobachten.
Die BfR-App „Vergiftungsunfälle bei Kindern“
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellt die kostenlose App „Vergiftungsunfälle bei Kindern“ für Android und iOS zur Verfügung.
Sie enthält Informationen zu möglichen Vergiftungen durch unter anderem:
- chemische Produkte,
- Medikamente,
- Pflanzen und
- Spielzeug.
Besonders praktisch: Aus der App kann direkt das für das jeweilige Bundesland zuständige Giftinformationszentrum angerufen werden. Bei aktivierter Ortungsfunktion kann die zuständige Stelle automatisch ermittelt werden.
Die App unterstützt im Notfall, ersetzt aber nicht die ärztliche Beratung oder die Beratung durch ein Giftinformationszentrum.
BfR-App „Vergiftungsunfälle bei Kindern“
Giftinformationszentren in Deutschland – Stand 2026
Berlin – Giftnotruf der Charité
030 19240
Bonn – Informationszentrale gegen Vergiftungen
0228 19240
Erfurt – Giftnotruf Erfurt
0361 730730
Freiburg – Vergiftungs-Informations-Zentrale
0761 19240
Göttingen – Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord)
0551 19240
Mainz – Giftinformationszentrum Mainz
06131 19240
München – Giftnotruf München
089 19240
Diese sieben Zentren entsprechen dem offiziellen BfR-Verzeichnis mit Stand 22. Juli 2026.
Aktuelles Verzeichnis der Giftinformationszentren beim BfR
Giftberatung in Österreich und der Schweiz
Österreich – Vergiftungsinformationszentrale (VIZ)
01 406 43 43
Aus dem Ausland: +43 1 406 43 43
Die Vergiftungsinformationszentrale der Gesundheit Österreich GmbH ist rund um die Uhr erreichbar.
Vergiftungsinformationszentrale Österreich
Schweiz – Tox Info Suisse
145
Aus dem Ausland bzw. bei technischen Problemen: +41 44 251 51 51
Tox Info Suisse
Gut vorbereitet für den Ernstfall
Ein Vergiftungsverdacht bedeutet nicht automatisch, dass eine schwere Vergiftung vorliegt. Trotzdem sollte die Situation immer fachlich eingeschätzt werden.
Die Telefonnummer des zuständigen Giftinformationszentrums im Smartphone zu speichern und die BfR-App bereits vor einem möglichen Notfall zu installieren, kann im Ernstfall wertvolle Zeit sparen.
Ruhe bewahren, das Kind beobachten, keine ungeprüften Hausmittel anwenden und fachlichen Rat einholen – so können Eltern und Betreuungspersonen im Verdachtsfall schnell und besonnen handeln.
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Dringende ärztliche Hilfe oder Notfall?
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Bei schweren Unfällen und lebensbedrohlichen Notfällen deines Kindes ist sofort der Notruf 112 zu wählen.
Haftungsausschluss
Haftungshinweis: Die Informationen in diesem Beitrag dienen der allgemeinen Information und Orientierung und ersetzen keine individuelle medizinische Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch medizinisches Fachpersonal. Bei Unsicherheit über den Gesundheitszustand eines Kindes oder bei anhaltenden beziehungsweise zunehmenden Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden. Bei schweren Verletzungen, Bewusstlosigkeit, Atemproblemen oder anderen akuten Notfällen gilt: Notruf 112.
Die Pflasterpass gGmbH übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Anwendung von Erste-Hilfe-Maßnahmen richtet sich immer nach der konkreten Notfallsituation.
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