Der Igel ist gefährdet! – gemeinsam Helfen!
Der Igel gehört zu den bekanntesten heimischen Wildtieren und ist in Gärten, Parks und Grünanlagen zu Hause. Doch geeignete Lebensräume, Nahrung und sichere Rückzugsorte werden vielerorts knapper. Straßenverkehr, versiegelte Flächen, aufgeräumte Gärten und Gefahren durch Gartengeräte machen ihm zusätzlich das Leben schwer.
Der Braunbrustigel steht in Deutschland auf der Vorwarnliste der Roten Liste der Säugetiere. Auch international gibt es Anlass zur Sorge: Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft ihn inzwischen als „potenziell gefährdet“ ein. Umso wichtiger ist es, seinen Lebensraum zu schützen.
Schon mit einfachen Maßnahmen können Familien ihren Garten igelfreundlicher gestalten – und dabei gemeinsam mit Kindern entdecken, wie praktischer Artenschutz direkt vor der eigenen Haustür funktioniert.
1. Lebensraum und Nahrung werden knapper
Igel brauchen abwechslungsreiche Lebensräume mit Hecken, Sträuchern, Wiesen, Laub und anderen natürlichen Verstecken. In stark versiegelten oder aufgeräumten Landschaften und Gärten fehlen ihnen zunehmend geeignete Rückzugsorte und Nahrung.
Naturnahe Gärten können deshalb wichtige Lebensräume für Igel sein. Dort finden sie unter anderem Insekten, Regenwürmer und andere wirbellose Tiere sowie geschützte Plätze zum Schlafen und Überwintern.
2. Straßen und Zäune werden zur Gefahr
Igel legen auf ihrer nächtlichen Suche nach Nahrung und geeigneten Unterschlüpfen teilweise mehrere Kilometer zurück. Dabei müssen sie häufig Straßen überqueren. Straßenverkehr gehört deshalb zu den großen Gefahren für die Tiere.
Auch geschlossene Zäune und Mauern können ihre Wanderwege unterbrechen und Lebensräume voneinander trennen. Kleine Durchgänge am Boden können dazu beitragen, dass Igel zwischen benachbarten Gärten wechseln können.
3. Vorsicht bei Pflanzenschutzmitteln und Gartengeräten
Chemische Pflanzenschutzmittel können die Nahrungsgrundlage von Igeln beeinträchtigen, weil dadurch auch Insekten und andere kleine Tiere verschwinden.
Eine unmittelbare Gefahr stellen außerdem Rasenmäher, Rasentrimmer und insbesondere nachts eingesetzte Mähroboter dar. Igel flüchten bei Gefahr häufig nicht, sondern rollen sich zusammen – gegenüber scharfen Messern schützt sie dieses Verhalten nicht.
Vor dem Mähen sollten deshalb Hecken, Sträucher, Laubhaufen und unübersichtliche Stellen kontrolliert werden. Mähroboter sollten nicht in der Dämmerung oder nachts eingesetzt werden.
4. Wilde Ecken sind für Igel wertvoll
Ein igelfreundlicher Garten muss nicht perfekt aufgeräumt sein – im Gegenteil. Hecken, Sträucher, Laub-, Reisig- oder Totholzhaufen bieten Igeln Verstecke und Möglichkeiten für ihre Nester.
Wer im Herbst etwas Laub liegen lässt und geschützte Bereiche im Garten schafft, kann dem Igel damit einen wertvollen Rückzugsort für den Winter anbieten.
5. So könnt ihr Igeln im eigenen Garten helfen
Schon kleine Veränderungen können einen Unterschied machen:
- Laub-, Reisig- und Totholzhaufen als Rückzugsorte belassen
- Hecken, Sträucher und naturnahe Bereiche erhalten
- Durchgänge in geeigneten Zäunen ermöglichen
- auf chemische Pflanzenschutzmittel möglichst verzichten
- vor dem Mähen unübersichtliche Stellen kontrollieren
- Mähroboter nicht in der Dämmerung und nachts einsetzen
- Wasserstellen, Schächte und andere mögliche Fallen sichern
Gerade für Kinder ist das eine schöne Möglichkeit zu erleben, dass Naturschutz direkt vor der eigenen Haustür beginnt.
6. Nicht jeder Igel braucht menschliche Hilfe
Wer einen Igel entdeckt, sollte ihn nicht automatisch einfangen oder mit nach Hause nehmen. Igel sind Wildtiere und kommen in der Regel am besten in ihrem natürlichen Lebensraum zurecht.
Bei offensichtlich verletzten, kranken oder hilfsbedürftigen Tieren sollte fachkundiger Rat eingeholt werden, beispielsweise bei einer Igelstation, Wildtierhilfe oder tierärztlichen Praxis.
Auch eine zusätzliche Fütterung sollte nicht automatisch erfolgen. Viel nachhaltiger ist es, den Garten so zu gestalten, dass Igel dort natürliche Nahrung und geeignete Rückzugsorte finden.
Wenn ein Igel in der kalten Jahreszeit Unterstützung benötigt, findet ihr in unserem Beitrag „Futterstelle für Tiere im Winter“ Tipps für einen geschützten Futterplatz und geeignetes Futter.
7. Gemeinsam Lebensräume für Igel schaffen
Igel gehören zu unserer heimischen Tierwelt – und jeder Garten kann ein kleines Stück Lebensraum für sie sein. Hecken, Laub und wilde Ecken, sichere Durchgänge und ein bewusster Umgang mit Gartengeräten können bereits viel bewirken.
Besonders schön ist es, Kinder dabei einzubeziehen: Gemeinsam einen Laubhaufen anlegen, einen sicheren Unterschlupf schaffen oder abends nach Igelspuren Ausschau halten zeigt ihnen ganz praktisch, dass auch kleine Entscheidungen zum Schutz von Tieren und Natur beitragen können.
Denn wer seine Umwelt kennenlernt, versteht auch, warum es sich lohnt, sie zu schützen.
Tipp:
weitere Informationen zum Schutz von Igeln findet ihr bei der Deutschen Wildtier Stiftung.
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