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Vergiftung durch Haushaltsreiniger
Haushaltsreiniger, Wasch- und Spülmittel gehören in vielen Familien zum Alltag.
Für Kinder können einige dieser Produkte jedoch gefährlich sein.
Besonders stark saure oder alkalische Reinigungsmittel, beispielsweise bestimmte Abfluss-, Backofen- oder Sanitärreiniger, können bei Kontakt oder Verschlucken schwere Reizungen oder Verätzungen verursachen.
Auch Wasch- und Reinigungsmittel können problematisch sein.
Bei stark schäumenden Produkten besteht zusätzlich die Gefahr, dass Schaum oder Flüssigkeit in die Atemwege gelangt.
Gerade kleine Kinder erkunden ihre Umgebung neugierig und nehmen Gegenstände oder Flüssigkeiten in den Mund.
Deshalb sollten Reinigungs- und Haushaltschemikalien immer außerhalb der Reichweite von Kindern und möglichst verschlossen aufbewahrt werden.
Wie sich typische Gefahrenquellen vermeiden lassen, zeigen wir auch in unserem Beitrag:
„Ist euer Zuhause kindersicher?“
Sie sollten außerdem niemals in Getränke- oder Lebensmittelbehälter umgefüllt werden.
Was tun?
- Ruhe bewahren und das Kind beruhigen.
- Reste des Mittels vorsichtig aus dem Mund entfernen.
- Kein Erbrechen auslösen! Dadurch kann eine reizende oder ätzende Substanz erneut durch die Speiseröhre gelangen und weitere Schäden verursachen.
- Keine eigenständigen Hausmittel wie Milch verabreichen.
- Bei einem wachen Kind kann je nach aufgenommenem Stoff das Trinken kleiner Mengen Wasser, Tee oder Saft sinnvoll sein. Welche Maßnahme richtig ist, sollte möglichst mit dem Giftnotruf abgestimmt werden.
- Bei Verdacht auf eine Vergiftung möglichst frühzeitig den Giftnotruf kontaktieren und genau angeben, welches Produkt das Kind aufgenommen haben könnte.
- Produktverpackung bereithalten. Hilfreich sind Produktname, Hersteller und – sofern vorhanden – der UFI-Code auf dem Etikett.
Über diesen Code kann die Giftinformationszentrale die Zusammensetzung des Produktes genauer bestimmen. - Bei deutlichen Beschwerden, Atemproblemen, Bewusstseinsstörungen oder einer anderen akuten Verschlechterung sofort den Notruf 112 wählen.
- Verpackung oder Behälter des betreffenden Reinigungsmittels für Giftnotruf, Rettungsdienst oder behandelnde Ärztinnen und Ärzte bereithalten beziehungsweise mitnehmen.
Wichtig:
Nicht abwarten, bis Vergiftungserscheinungen auftreten.
Bei Verdacht auf die Aufnahme eines Haushaltsreinigers sollte frühzeitig fachlicher Rat eingeholt werden. Welche Maßnahmen erforderlich sind, hängt unter anderem vom Produkt, der aufgenommenen Menge, dem Alter des Kindes und möglichen Beschwerden ab
Weitere Informationen zum richtigen Verhalten bei Vergiftungsunfällen und zum Schutz von Kindern vor Haushaltschemikalien bieten das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie kindergesundheit-info.
Dringende ärztliche Hilfe oder Notfall?
Wenn du außerhalb der Sprechzeiten dringend ärztliche Hilfe benötigst und zum Beispiel nicht weißt, wo sich in deiner Nähe eine Bereitschaftsdienstpraxis befindet, wähle für den allgemeinen ärztlichen Bereitschaftsdienst die Rufnummer 116 117. Diese Nummer funktioniert ohne Vorwahl, gilt deutschlandweit und ist kostenlos – egal ob du vom Festnetz zu Hause oder mit dem Mobiltelefon anrufst.
Bei schweren Unfällen und lebensbedrohlichen Notfällen deines Kindes ist sofort der Notruf 112 zu wählen.
Haftungsausschluss
Haftungshinweis: Die Informationen in diesem Beitrag dienen der allgemeinen Information und Orientierung und ersetzen keine individuelle medizinische Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch medizinisches Fachpersonal. Bei Unsicherheit über den Gesundheitszustand eines Kindes oder bei anhaltenden beziehungsweise zunehmenden Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden. Bei schweren Verletzungen, Bewusstlosigkeit, Atemproblemen oder anderen akuten Notfällen gilt: Notruf 112.
Die Pflasterpass gGmbH übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Anwendung von Erste-Hilfe-Maßnahmen richtet sich immer nach der konkreten Notfallsituation.
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