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Vergiftung durch Medikamente und andere gefährliche Substanzen

Kleine Kinder entdecken ihre Umgebung mit großer Neugier und nehmen dabei vieles in den Mund.
Medikamente, Nikotinprodukte, Lampenöle, Kosmetika sowie Blätter, Blüten oder Beeren von Pflanzen können dabei zu Vergiftungen führen.

Medikamente sollten gegenüber Kindern niemals als „Bonbons“ bezeichnet und grundsätzlich außerhalb ihrer Reichweite und sicher verschlossen aufbewahrt werden.
Auch vermeintlich harmlose Produkte oder Pflanzen können gefährlich sein, wenn ein Kind sie verschluckt.

Mögliche Anzeichen einer Vergiftung können je nach aufgenommener Substanz sehr unterschiedlich sein.
Dazu gehören beispielsweise:

  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • vermehrter Speichelfluss,
  • ungewöhnliche Müdigkeit,
  • Unruhe,
  • auffälliges Verhalten,
  • Bewegungsstörungen,
  • Atemprobleme oder
  • Bewusstseinsstörungen.

Bei einem Verdacht auf eine Vergiftung sollte nicht erst abgewartet werden, bis Beschwerden auftreten.

Was tun?

  • Ruhe bewahren und das Kind beruhigen.
  • Reste einer Substanz oder Pflanze vorsichtig aus dem Mund entfernen und nach Möglichkeit aufbewahren.
  • Versuchen festzustellen, was, wie viel und wann das Kind etwas aufgenommen hat.
  • Verpackungen, Medikamentenschachteln, Pflanzenreste oder andere Hinweise auf die mögliche Ursache bereithalten.
  • Bei Pflanzen kann zusätzlich ein Foto der betreffenden Pflanze bei der Identifizierung hilfreich sein.
  • Bei Verdacht auf eine Vergiftung möglichst frühzeitig den Giftnotruf kontaktieren und die vorhandenen Informationen weitergeben.
  • Für die Einschätzung sind insbesondere die aufgenommene Substanz beziehungsweise das Produkt, die mögliche Menge, der Zeitpunkt sowie Alter und Gewicht des Kindes hilfreich.
  • Erbricht das Kind von selbst, darauf achten, dass die Atemwege frei bleiben.
  • Bei deutlichen Beschwerden, Atemproblemen, Krampfanfällen, Bewusstseinsstörungen oder einer anderen akuten Verschlechterung sofort den Notruf 112 wählen.
  • Verpackungen, Medikamentenschachteln, Pflanzenreste oder andere mögliche Ursachen für Giftnotruf, Rettungsdienst oder behandelnde Ärztinnen und Ärzte bereithalten beziehungsweise mitnehmen.

Was NICHT tun?

  • Niemals eigenständig Erbrechen auslösen.
  • Keine Milch geben. Milch ist kein Gegengift und kann bei bestimmten Substanzen die Aufnahme von Giftstoffen begünstigen.
  • Kein Salzwasser geben.
  • Keine anderen vermeintlichen Hausmittel anwenden.
  • Weitere Maßnahmen möglichst mit dem Giftnotruf beziehungsweise einer Ärztin oder einem Arzt abstimmen.

Wichtig:
Auch wenn ein Kind zunächst keine Beschwerden zeigt, kann eine fachliche Einschätzung erforderlich sein.
Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollte deshalb frühzeitig ein Giftinformationszentrum kontaktiert werden.
Die Giftinformationszentren beraten in Deutschland rund um die Uhr bei Vergiftungen und Vergiftungsverdacht.

Weitere Informationen zum richtigen Verhalten bei Vergiftungsunfällen und zur Prävention von Vergiftungen bei Kindern bietet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie kindergesundheit-info.

Wie sich typische Gefahrenquellen für Kinder im häuslichen Umfeld reduzieren lassen, zeigen wir auch in unserem Beitrag:
„Ist euer Zuhause kindersicher?“.

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Wenn du außerhalb der Sprechzeiten dringend ärztliche Hilfe benötigst und zum Beispiel nicht weißt, wo sich in deiner Nähe eine Bereitschaftsdienstpraxis befindet, wähle für den allgemeinen ärztlichen Bereitschaftsdienst die Rufnummer 116 117. Diese Nummer funktioniert ohne Vorwahl, gilt deutschlandweit und ist kostenlos – egal ob du vom Festnetz zu Hause oder mit dem Mobiltelefon anrufst.

Bei schweren Unfällen und lebensbedrohlichen Notfällen deines Kindes ist sofort der Notruf 112 zu wählen.

Haftungsausschluss

Haftungshinweis: Die Informationen in diesem Beitrag dienen der allgemeinen Information und Orientierung und ersetzen keine individuelle medizinische Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch medizinisches Fachpersonal. Bei Unsicherheit über den Gesundheitszustand eines Kindes oder bei anhaltenden beziehungsweise zunehmenden Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden. Bei schweren Verletzungen, Bewusstlosigkeit, Atemproblemen oder anderen akuten Notfällen gilt: Notruf 112.
Die Pflasterpass gGmbH übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Anwendung von Erste-Hilfe-Maßnahmen richtet sich immer nach der konkreten Notfallsituation.

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