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Verbrennen und Verbrühen

Durch die Einwirkung hoher Temperaturen kann es zu Verbrennungen und Verbrühungen kommen. Diese Art der Verletzung zählt zu den häufigsten und schmerzhaftesten Verletzungen bei Kindern. Die Schwere der Verletzung wird in 3 Grade eingeteilt und auch die Größe der betroffene Körperfläche ist ausschlaggebend für die Wahl der Erste Hilfe-Maßnahmen. Bei Verbrennungen ersten Grades treten Hautrötungen und Schmerzen auf. Bei Verbrennungen zweiten Grades bilden sich zusätzlich noch Brandblasen. Ab diesem Verbrennungsgrad ist eine Konsultation eines Arztes zwingend erforderlich. Verbrennung dritten Grades verursachen eine weiße, gelbliche bis schwarze Verfärbung der Haut.

Verbrennungen entstehen durch offene Flammen wie Kerzen, Feuerzeuge, Kohleöfen oder offene Kamine. Kleidung aus leicht entflammbaren Kunstfasern vergrößert die Gefahr (Baumwolle und Wolle sind nur schwer entflammbar).

Verbrühungen hingegen entstehen durch heiße Flüssigkeit oder das Berühren heißer Gegenstände. Vor allem Kleinkinder wollen ihre Umgebung erforschen, ziehen Tassen mit heißen Getränken vom Tisch, Töpfe mit brodelnder Flüssigkeit vom Herd, greifen nach Bügeleisen oder Wasserkocher, der heißen Herdplatte oder glühenden Holzkohlen.

Achtung: Auch Knallkörper (Silvester!) können Verbrennungen verursachen.

 

Was tun?

  • Falls Feuer der Grund für eine Verbrennung ist, das Feuer löschen.
  • Brennende Kleidung mit einem Mantel löschen., einer Decke oder mit Wasser!
  • Ruhe bewahren und das Kind beruhigen.
  • Das Kind ausziehen. Entfernung der eingebrannten Kleidung aber nie mit Gewalt, sondern nicht verklebte Kleidungsreste mit eine Schere wegschneiden!
  • Die verbrannten Körperteile unter fließendem, kühlen, handwarmen Wasser (ca. 30°C) für etwa 2 Minuten. Nach einer 10-minütigen Pause kann dann erneut für 2min gekühlt werden.
  • Gesichtsregionen können durch Auflegen feuchter Tücher gekühlt werden.
  • Die verbrannte Region sollte nach der Kaltwasserbehandlung mit einem sterilen Verbandtuch abgedeckt werden.
  • Wichtig ist der Wärmeerhalt des Kindes, hierzu kann beispielsweise die Rettungsdecke verwendet werden.
  • Zum nächsten Kinderarzt/Krankenhaus fahren oder den Notruf wählen. Wichtig: Impfpass mitnehmen, u. a. wegen Tetanusschutz!

 

Was NICHT tun!

 

  • Dem Kind nichts zu essen oder zu trinken geben!
  • Brandsalben, Brandbinden, Öl … verhindern den Sauerstoffzutritt zur geschädigten Haut, halten die Hitze im Gewebe fest, ermöglichen ein „Nachbrennen“ und verschlimmern die Verbrühung.
  • Mehl oder Puder verkleben die Wunden und müssen erst mühsam – für das Kind schmerzhaft – aus den Wunden gewaschen werden.
  • Zahnpasta, Heilpflanzenöl, Tigerbalsam verkleben die Wunden und verursachen zusätzliche Verätzungen.
  • Eis oder Eiswasser kühlt im ersten Moment gut, der Schmerz scheint zu verschwinden, aber: es kommt zu einer stärkeren Durchblutung der betroffenen Stelle und die Schmerzen werden viel schlimmer. Bei zu starker Kühlung der verletzten Haut kann zusätzlich ein Kälteschaden auftreten.

Haftungsausschluss

Alle hier genannten Maßnahmen sind lediglich als Tipps zu verstehen und ersetzen keinesfalls eine ärztliche Meinung oder Diagnose. Die Pflasterpass gGmbH übernimmt keinerlei Haftung und empfiehlt in Zweifelsfällen oder dringenden Notfällen UNBEDINGT einen Arzt in Ihrer Nähe aufzusuchen!

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