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Stromschlag bei Kindern

Steckdosen, Kabel und elektrische Geräte üben auf kleine Kinder häufig eine besondere Neugier aus.
Gleichzeitig können Kinder die Gefahr von elektrischem Strom noch nicht einschätzen.
Defekte Kabel, ungesicherte Steckdosen oder elektrische Geräte in Verbindung mit Wasser können deshalb zu schweren Stromunfällen führen.

Ein Stromschlag kann äußerlich zunächst harmlos erscheinen und dennoch innere Verletzungen oder Störungen des Herzrhythmus verursachen.
An den Ein- und Austrittsstellen des Stroms können außerdem sogenannte Strommarken entstehen, die Verbrennungen ähneln.
Das tatsächliche Ausmaß einer elektrischen Verletzung lässt sich anhand der sichtbaren Hautveränderungen nicht immer beurteilen.

Was tun bei einem Stromschlag?

Das Wichtigste zuerst: Eigenschutz!

Solange das Kind noch Kontakt zur Stromquelle hat, darf es nicht direkt berührt werden. Sonst kann auch die helfende Person einen Stromschlag erleiden.

  • Ruhe bewahren und auf die eigene Sicherheit achten.
  • Stromzufuhr unterbrechen: Sicherung ausschalten oder Netzstecker ziehen.
  • Ist das nicht möglich, das Kind nur mithilfe eines trockenen, nicht oder schlecht leitenden Gegenstandes, beispielsweise aus Holz oder Kunststoff, von der Stromquelle trennen.
  • Erst wenn das Kind sicher vom Strom getrennt ist, weitere Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen.
  • Bewusstsein und Atmung kontrollieren.
  • Ist das Kind bewusstlos, atmet aber normal, entsprechend den Erste-Hilfe-Grundsätzen versorgen und die Atmung weiter überwachen.
  • Atmet das Kind nicht normal, sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen und den Notruf 112 veranlassen.
  • Sichtbare Strommarken oder Verbrennungen möglichst keimfrei abdecken.
    Dazu gibt es auch Informationen in unserem Beitrag: „Verbrennungen und Verbrühungen bei Kindern“
  • Das Kind warmhalten und bis zur weiteren Versorgung beobachten.

Wann ist ärztliche Hilfe notwendig?

Nach einem Stromunfall können Verletzungen vorhanden sein, die äußerlich nicht unmittelbar erkennbar sind.
Deshalb sollte nach einem relevanten Stromschlag bei einem Kind zeitnah medizinisch abgeklärt werden, ob weitere Untersuchungen erforderlich sind.
Weitere Hinweise zu den Sofortmaßnahmen nach einem Stromunfall bei Kindern bietet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) auf kindergesundheit-info.de.

Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen, Krampfanfällen, Herz-Kreislauf-Problemen, schweren Verbrennungen oder anderen deutlichen Beschwerden sofort den Notruf 112 wählen.

Was NICHT tun?

  • Ein Kind nicht berühren, solange es noch Kontakt zur Stromquelle haben könnte.
  • Bei Strom in Verbindung mit Wasser niemals unüberlegt in den Gefahrenbereich greifen oder treten.
  • Strommarken oder Verbrennungen nicht mit Salben, Puder oder Hausmitteln behandeln.
  • Sichtbar anhaftende Kleidung nicht gewaltsam von verletzter Haut entfernen.
  • Einen Stromunfall nicht allein nach dem äußeren Erscheinungsbild beurteilen.

Stromunfälle bei Kindern vermeiden

Steckdosen und elektrische Geräte sollten für kleine Kinder möglichst unzugänglich bzw. entsprechend gesichert sein.
Beschädigte Kabel und defekte Geräte gehören nicht in Kinderhände und sollten nicht weiter benutzt werden.
Besondere Vorsicht gilt überall dort, wo Strom und Wasser zusammentreffen können.
Elektrische Geräte wie Föhn, Rasierer oder Ladegeräte sollten deshalb niemals so aufbewahrt oder benutzt werden, dass sie in Badewanne, Waschbecken oder andere Wasserstellen fallen können.

Pflasterpass® -Tipp

Kinder lernen Gefahren zunehmend besser einzuschätzen, wenn Erwachsene ihnen verständlich erklären, warum Steckdosen, Kabel und elektrische Geräte kein Spielzeug sind.
Technische Sicherungen und altersgerechte Sicherheitsbildung ergänzen sich dabei.

Gefahren erkennen, die eigene Sicherheit beachten und im Notfall richtig handeln – bei einem Stromunfall können diese Schritte entscheidend sein.

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Dringende ärztliche Hilfe oder Notfall?

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Bei schweren Unfällen und lebensbedrohlichen Notfällen deines Kindes ist sofort der Notruf 112 zu wählen.

Haftungsausschluss

Haftungshinweis: Die Informationen in diesem Beitrag dienen der allgemeinen Information und Orientierung und ersetzen keine individuelle medizinische Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch medizinisches Fachpersonal. Bei Unsicherheit über den Gesundheitszustand eines Kindes oder bei anhaltenden beziehungsweise zunehmenden Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden. Bei schweren Verletzungen, Bewusstlosigkeit, Atemproblemen oder anderen akuten Notfällen gilt: Notruf 112.
Die Pflasterpass gGmbH übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Anwendung von Erste-Hilfe-Maßnahmen richtet sich immer nach der konkreten Notfallsituation.

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