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Atemnot durch Fremdkörper in der Speiseröhre
Kinder nehmen beim Spielen und Entdecken immer wieder kleine Gegenstände in den Mund.
Dabei können beispielsweise Münzen, Schmuckteile oder andere kleine Gegenstände versehentlich verschluckt werden und in die Speiseröhre gelangen.
Viele verschluckte Fremdkörper passieren die Speiseröhre und gelangen weiter in den Magen-Darm-Trakt.
Bleibt ein Fremdkörper jedoch in der Speiseröhre stecken, muss das Kind ärztlich untersucht werden.
Besondere Eile ist bei gefährlichen Gegenständen wie Knopfzellen, Magneten oder spitzen und scharfkantigen Fremdkörpern geboten.
Woran kann man einen Fremdkörper in der Speiseröhre erkennen?
Mögliche Anzeichen sind:
- Schmerzen oder ein Fremdkörpergefühl im Hals oder hinter dem Brustbein,
- Schluckbeschwerden oder Schmerzen beim Schlucken,
- vermehrter Speichelfluss,
- häufiges Schlucken,
- Würgen oder Brechreiz,
- Erbrechen,
- Verweigerung von Essen oder Trinken.
Gerade kleinere Kinder können häufig noch nicht beschreiben, was sie verschluckt haben oder wo sie Beschwerden verspüren.
Was tun?
- Ruhe bewahren und das Kind beruhigen.
- Wenn möglich herausfinden, was und wann das Kind verschluckt hat.
- Bei Beschwerden oder wenn unklar ist, um welchen Gegenstand es sich handelt, unverzüglich ärztliche Hilfe suchen.
- Bei Atemnot, Bewusstseinsstörungen oder einer anderen akuten Verschlechterung sofort den Notruf 112 wählen.
- Nicht versuchen, einen festsitzenden Fremdkörper selbst zu entfernen.
- Kein Erbrechen auslösen.
Achtung bei Knopfzellen!
Bereits der Verdacht, dass ein Kind eine Knopfzelle verschluckt hat, ist ein medizinischer Notfall.
Knopfzellen können in der Speiseröhre stecken bleiben und durch den Kontakt mit der feuchten Schleimhaut innerhalb kurzer Zeit schwere Verätzungen verursachen.
Dabei können Kinder anfangs sogar keine oder nur geringe Beschwerden zeigen.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät deshalb bereits bei Verdacht auf das Verschlucken einer Knopfzelle zur sofortigen Untersuchung in einer Kinderklinik oder Notaufnahme.
Nicht abwarten, ob Beschwerden auftreten oder die Knopfzelle von selbst ausgeschieden wird.
Wenn möglich, das Gerät oder die Verpackung der Batterie mitnehmen, damit der Batterietyp festgestellt werden kann.
Das BfR empfiehlt außerdem, kein Erbrechen auszulösen und dem Kind bis zur medizinischen Abklärung nichts zu essen oder zu trinken zu geben.
Auch Magnete und spitze Gegenstände ernst nehmen
Wurden Magnete, Nadeln oder andere spitze beziehungsweise scharfkantige Gegenstände verschluckt, sollte ebenfalls umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.
Nicht selbst versuchen, den Gegenstand zu entfernen oder dessen Ausscheidung ohne medizinische Rücksprache abzuwarten.
Luftröhre oder Speiseröhre?
Ein Fremdkörper kann statt in die Speiseröhre auch in die Atemwege gelangen.
Kommt es plötzlich zu starkem Husten oder Atemnot, kann eine Fremdkörperverlegung der Atemwege vorliegen.
Was dann zu tun ist, erklären wir im Beitrag: „Atemnot durch Fremdkörper in der Luftröhre“.
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Dringende ärztliche Hilfe oder Notfall?
Wenn du außerhalb der Sprechzeiten dringend ärztliche Hilfe benötigst und zum Beispiel nicht weißt, wo sich in deiner Nähe eine Bereitschaftsdienstpraxis befindet, wähle für den allgemeinen ärztlichen Bereitschaftsdienst die Rufnummer 116 117. Diese Nummer funktioniert ohne Vorwahl, gilt deutschlandweit und ist kostenlos – egal ob du vom Festnetz zu Hause oder mit dem Mobiltelefon anrufst.
Bei schweren Unfällen und lebensbedrohlichen Notfällen deines Kindes ist sofort der Notruf 112 zu wählen.
Haftungsausschluss
Haftungshinweis: Die Informationen in diesem Beitrag dienen der allgemeinen Information und Orientierung und ersetzen keine individuelle medizinische Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch medizinisches Fachpersonal. Bei Unsicherheit über den Gesundheitszustand eines Kindes oder bei anhaltenden beziehungsweise zunehmenden Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden. Bei schweren Verletzungen, Bewusstlosigkeit, Atemproblemen oder anderen akuten Notfällen gilt: Notruf 112.
Die Pflasterpass gGmbH übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Anwendung von Erste-Hilfe-Maßnahmen richtet sich immer nach der konkreten Notfallsituation.
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