Du bist hier: Start » Notfallkategorien » Fallen und Stürzen »
Offene Wunden bei Kindern
Beim Spielen, Toben oder im Alltag sind kleinere Verletzungen bei Kindern schnell passiert.
Ein Sturz auf dem Spielplatz, eine scharfe Kante, eine Glasscherbe oder ein Schnitt können unterschiedliche offene Wunden verursachen.
Wie eine Wunde versorgt werden sollte, hängt unter anderem davon ab, wie tief und groß sie ist, wie stark sie blutet, wodurch sie entstanden ist und ob Fremdkörper oder Verschmutzungen vorhanden sind.
Welche offenen Wunden gibt es?
- Schürfwunden entstehen häufig bei Stürzen. Dabei wird vor allem die oberste Hautschicht verletzt.
Sie können großflächig sein und durch Schmutz, Sand oder kleine Steinchen verunreinigt werden. - Schnittwunden haben meist glatte Wundränder und können – abhängig von Tiefe und Lage – unterschiedlich stark bluten.
- Platz-, Riss- und Quetschwunden entstehen häufig durch Stürze, Stöße oder das Einklemmen eines Körperteils.
Besonders Platzwunden am Kopf können aufgrund der guten Durchblutung der Kopfhaut stark bluten. - Biss- und Kratzwunden durch Tiere oder Menschen bergen ein erhöhtes Infektionsrisiko und sollten sorgfältig versorgt und ärztlich beurteilt werden.
Was tun bei offenen Wunden?
- Ruhe bewahren und das Kind beruhigen.
- Vor der Wundversorgung möglichst die Hände waschen oder Einmalhandschuhe verwenden.
- Die Wunde nicht unnötig berühren.
- Bei einer blutenden Wunde eine sterile Wundauflage oder ein sauberes Tuch auflegen und direkten Druck auf die Wunde ausüben.
- Kleinere oberflächliche Wunden können vorsichtig mit sauberem Wasser von sichtbaren Verschmutzungen gereinigt werden.
- Anschließend die Wunde mit einer geeigneten sterilen Wundauflage oder einem Pflaster abdecken.
- Das verletzte Körperteil möglichst ruhig halten.
Offene Wunden sollten vor weiterer Verschmutzung geschützt werden. Auch das Bundesgesundheitsportal empfiehlt bei verletzten Kindern, Wunden vor Verunreinigungen zu schützen.
Was tun bei einer starken Blutung?
Bei einer stark blutenden Wunde muss die Blutung möglichst schnell gestoppt werden.
- Das Kind hinlegen oder sicher lagern und beruhigen.
- Eine sterile Wundauflage oder ein sauberes Tuch direkt auf die Wunde legen.
- Festen Druck auf die Wunde ausüben.
- Bei einer starken oder nicht kontrollierbaren Blutung sofort den Notruf 112 wählen.
- Das Kind nicht allein lassen und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beobachten.
Weitere Hinweise zur Ersten Hilfe bei Kindern bietet das Bundesgesundheitsportal gesund.bund.de.
Wann sollte eine Wunde ärztlich beurteilt werden?
Ärztlicher Rat ist insbesondere erforderlich, wenn:
- die Wunde tief oder groß ist,
- die Wundränder deutlich auseinanderklaffen,
- die Blutung trotz Druck nicht aufhört,
- Fremdkörper in der Wunde stecken,
- die Wunde stark verschmutzt ist,
- Gesicht, Augen, Hände oder andere empfindliche Körperregionen betroffen sind,
- es sich um eine Bisswunde handelt,
- sich später Anzeichen einer Entzündung entwickeln oder
- Unsicherheit über den Tetanus-Impfschutz besteht.
Steckt ein Fremdkörper in der Wunde, sollte dieser nicht selbst entfernt werden. Was bei solchen Verletzungen zu beachten ist, erklären wir im Beitrag:
„Stichwunden bei Kindern“.
Bei schweren Verletzungen sollte unmittelbar der Notruf 112 gewählt beziehungsweise eine geeignete Notfallversorgung aufgesucht werden.
Wichtig:
Wenn eine ärztliche Behandlung erforderlich ist, den Impfpass des Kindes nach Möglichkeit mitnehmen.
Bei tiefen oder verschmutzten Wunden spielt insbesondere der vorhandene Tetanus-Impfschutz eine Rolle.
Biss- und Kratzwunden
Bissverletzungen durch Tiere oder Menschen sollten wegen des erhöhten Infektionsrisikos ernst genommen werden.
- Die Wunde mit Wasser reinigen.
- Anschließend sauber beziehungsweise steril abdecken.
- Die Verletzung ärztlich beurteilen lassen.
- Wenn bekannt, Informationen über das Tier und dessen Impfstatus bereithalten.
Bei einem möglichen Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier ist eine unverzügliche ärztliche Abklärung erforderlich.
Das RKI weist bei einer möglichen Tollwutexposition auf die Bedeutung der sofortigen und gründlichen Wundreinigung hin.
Was NICHT tun bei offenen Wunden?
- Eine Wunde nicht unnötig berühren oder mit den Fingern untersuchen.
- Tief sitzende Fremdkörper nicht selbst herausziehen.
- Keine Hausmittel, Puder oder andere ungeeignete Substanzen auf die Wunde geben.
- Stark verschmutzte oder tiefe Wunden nicht selbst „bearbeiten“.
- Eine starke Blutung nicht unterschätzen.
Bei starken Blutungen, Bewusstseinsstörungen oder einer anderen akuten Verschlechterung sofort den Notruf 112 wählen.
Ausführliche Informationen zur Versorgung von Schnittwunden – vom Stillen der Blutung über die Reinigung bis zum richtigen Verband – bietet auch Gesundheitsinformation.de des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
Noch mehr Wissen für den Kindernotfall:
Von Fieber bis Reanimation: In der Pflasterpass® -Sonderedition „Fit für den Kindernotfall“ finden Eltern und Familien verständliches Wissen zu typischen Notfällen im Kindesalter und praktische Hinweise zur Unfallprävention.
Dringende ärztliche Hilfe oder Notfall?
Wenn du außerhalb der Sprechzeiten dringend ärztliche Hilfe benötigst und zum Beispiel nicht weißt, wo sich in deiner Nähe eine Bereitschaftsdienstpraxis befindet, wähle für den allgemeinen ärztlichen Bereitschaftsdienst die Rufnummer 116 117. Diese Nummer funktioniert ohne Vorwahl, gilt deutschlandweit und ist kostenlos – egal ob du vom Festnetz zu Hause oder mit dem Mobiltelefon anrufst.
Bei schweren Unfällen und lebensbedrohlichen Notfällen deines Kindes ist sofort der Notruf 112 zu wählen.
Haftungsausschluss
Haftungshinweis: Die Informationen in diesem Beitrag dienen der allgemeinen Information und Orientierung und ersetzen keine individuelle medizinische Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch medizinisches Fachpersonal. Bei Unsicherheit über den Gesundheitszustand eines Kindes oder bei anhaltenden beziehungsweise zunehmenden Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden. Bei schweren Verletzungen, Bewusstlosigkeit, Atemproblemen oder anderen akuten Notfällen gilt: Notruf 112.
Die Pflasterpass gGmbH übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Anwendung von Erste-Hilfe-Maßnahmen richtet sich immer nach der konkreten Notfallsituation.
Du bist hier: Start » Notfallkategorien » Fallen und Stürzen »
Notfallkategorien
Lade dir jetzt die Pflasterpass® -App herunter!
Du möchtest wichtige Pflasterpass® -Informationen auch unterwegs immer griffbereit haben?
Mit der kostenlosen Pflasterpass® -App erhältst du praktische Tipps und Hinweise rund um Gesundheit, Sicherheit und die Lebenswelt von Kindern – für Familien, Kitas und Grundschulen.
In der App findest du unter anderem:
- Hinweise zur Vermeidung von Unfällen
- Tipps für sicheres Verhalten im Alltag
- Wissen für Notfall- und Gefahrensituationen
- Aktuelle Informationen aus der Pflasterpass®-Welt
Scanne einfach den QR-Code oder lade die App direkt herunter.
Pflasterpass® -Kurse in deiner Nähe
Mit bundesweit über 100 Standortpartnern und mehr als 135 DEKRA-zertifizierten Pflasterpass®-Kursleiter*innen ist Pflasterpass® deutschlandweit vertreten.
Unsere standardisierten Kurse finden in Kitas, Grundschulen und weiteren Bildungseinrichtungen statt. Über die Standortsuche findest du schnell den passenden Ansprechpartner in deiner Region.







